Mittwoch, 19. Januar 2011

Petition gegen Kaninchen-Käfighaltung

Nach langer Zeit gibt es mal wieder eine neue Petition beim Deutschen Bundestag, diesmal geht es gegen die Käfighaltung für Kaninchen:

"Text der Petition

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, die Käfighaltung von Kaninchen zu verbieten.

Begründung

In der Bundesrepublik werden jährlich etwa 41.000 Tonnen Kaninchenfleisch verzehrt. Dies entspricht etwa 30 Millionen Kaninchen, die in der Regel in kommerziellen Käfighaltungen auf Drahtgitterboden gehalten werden. In der Käfighaltung sind hohe Krankheits- und Mortalitätsraten Alltag. Artgemäßes Verhalten ist nicht einmal ansatzweise möglich, eine verhaltensgerechte Unterbringung der Tiere, wie dies nach §2 Tierschutzgesetz gefordert wird, ist nicht gewährleistet.
Das durchschnittliche Platzangebot für ein Mastkaninchen beträgt 450 bis 600 Quadratzentimeter. Dies entspricht der inzwischen aus Tierschutzgründen verbotenen Fläche, die bis vor kurzem in Legehennenkäfigen praktiziert wurde. Bei einer Haltung der Kaninchen in kleinen Gruppen reicht der Platz nicht einmal für einen einzigen Hoppelsprung, da für ein zwei Kilogramm schweres Tier eine Strecke von 70 Zentimetern benötigt wird. Auch eine Haltung in größeren Gruppen bringt keine Besserung, da hier durch die Enge des Käfigs und die niedrige Höhe Hoppeln ebenfalls unmöglich ist.

Der wissenschaftliche Ausschuss der European Food Safety Authority (EFSA) kommt zu der Schlussfolgerung, dass Mastkaninchen unter diesen Bedingungen in ihrem Verhalten eingeschränkt sind, sie zeigen Apathie und Aggressionen, wenn die Bewegungsfläche zu klein ist. Insbesondere reproduzierende Kaninchen leiden unter Schädigungen an den Pfoten, hervorgerufen durch dauerhafte Haltung auf Drahtgitterboden; laut EFSA-Bericht 2005 ist dies der drittgrößte Faktor des Ausmerzens. Die Tiere stehen durch die extreme Enge unter permanentem Stress. Dies führt zu Kannibalismus.

In den vergangenen Jahren hat die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN immer wieder durch Filmmaterial auf die unwürdigen Bedingungen und das extreme Leid der Kaninchen aufmerksam gemacht. Bilder aus deutschen Käfighaltungen gingen um die Welt. Tote und noch lebende Kaninchen in einem Käfig, Tiere mit abgefressenen Ohren, blutenden Wunden, verkrüppelten Pfoten und entzündeten Augen.

Es gibt bislang weder EU-weite Vorgaben noch eine nationale Regelung zur Haltung von Mastkaninchen. In dem Beschluss des Bundesrates vom 6.03.2009 wird die Bundesregierung gebeten, die tierschutzrechtlichen Anforderungen an die Zucht und Haltung von Kaninchen zu Erwerbszwecken in der Bundesrepublik Deutschland so zu konkretisieren, dass die Tiere gemäß ihren arteigenen Bedürfnissen gehalten werden können.

Arteigene Bedürfnisse von Kaninchen schließen ein Leben in der Gruppe, die Möglichkeit zum Rennen und Haken schlagen, zum Ruhen und zum Rückzug in Höhlen oder ähnlichem, sowie Nestbau und Raufutterverzehr mit ein. Dies ist in jeglicher Art von Käfighaltung, inklusive ausgestalteten Käfigen, unmöglich. Um eine verhaltensgerechte Unterbringung der Tiere zu garantieren, muss die Käfighaltung konsequenterweise verboten werden."

Hier zur Petition...

Kommentare: