Sonntag, 23. Januar 2011

"Tiere essen" über Misshandlungen durch Schlachthofarbeiter

So, jetzt kommen noch ein paar wirklich schockierende Szenen aus "Tiere essen":

Jonathan Safron Foer über Tierquälereien und Misshandlungen durch Schlachthofmitarbeiter:

Interview mit einem Schlachthofmitarbeiter:
"Im Tötungsbereich, wo immer viel Blut fließt, macht einen der Blutgeruch ganz aggressiv. Wirklich. Du kriegst die Einstellung, dass wenn ein Schwein nach dir tritt, du es ihm heimzahlst. Eigentlich tötest du es ja schon, aber das reicht noch nicht. Es muss leiden... Du gehst hart ran, setzt ihm zu, schlägst ihm die Luftröhre kaputt, lässt es in seinem eigenen Blut ertrinken. Spaltest ihm die Nase. Da rennt also ein lebendes Schwein durch die Wanne. Es guckt zu mir hoch, und wenn ich gerade den Job als Stecher habe, dann nehme ich das Messer und - krrrk - schneide ihm ein Auge raus, während es einfach dahockt. Und dann schreit das Schwein wie am Spieß. Einmal habe ich ein Messer genommen - es ist ziemlich scharf - und einem Schwein ein Stück von der Nase abgeschnitten, als wär´s eine Scheibe Mortadella. Das Schwein ist ein paar Sekunden lang durchgedreht. Dann hat es bloß noch dagehockt und irgendwie dumm geguckt. Also nehme ich eine Handvoll Salz und reibe es ihm in die Nase. Da ist das Schwein richtig ausgeflippt und hat die Nase wie wild durch die Gegend geschüttelt. Ich hatte noch ein bisschen Salz auf der Hand - ich trug einen Gummihandschuh -, das drückte ich dem Schwein direkt in den Arsch. Das arme Vieh wusste nicht mehr, ob es scheißen wollte oder blind werden sollte... Ich war nicht der Einzige, der solche Sachen gemacht hat. Ein Schlachter, mit dem ich zusammenarbeite, treibt die Schweine manchmal noch lebend in das Brühbad. Und jeder - die Treiber, die Anhänger, die Saubermacher - schlagen Schweine mit Metallohren. Jeder weiß das, alles."
Solche Aussagen sind bestürzend repräsentativ in den Interviews mit Eisnitz. Die beschriebenen Vorfälle werden von der Industrie zwar nicht gebilligt, aber es ist bekannt, dass sie nicht unüblich sind."

"Bei anderen Untersuchungen wurde Grandin Zeugin, wie ein Arbeiter ein Rind bei vollem Bwusstsein zerlegte, wie zum Entbluten am Haken hängende Rinder wieder zu Bewusstsein kamen und wie Arbeiter "Rindern den Elektro-Treibstab in den Anus stießen". Was passiert dann wohl erst, wenn niemand hinsah? Und was ist mit der überwiegenden Mehrheit der Schlachtbetriebe, die ihre Türen erst gar nicht für Kontrollen öffnen?"

Kommentare:

  1. Oh mein Gott, man weiss nicht ob man weinen oder losgehen und diese "Schweine" umbringen soll! Einfach nur widerlich! Da muss ich mich wirklich schämen ein Mensch zu sein.

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  2. ich hab ja schon viel abartiges über die Zustände in Schlachthöfe gelesen.. aber das setzt dem ganzen die Krone auf... boah.. fang gleich zu heulen an... :-(

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  3. Krass. Bis jetzt dachte ich, das Buch ist nicht ganz so "schlimm". Hatte irgendwo gelesen, Safron Foer meint schon ein fleischfreier Tag pro Woche wäre ein Fortschritt. Wollte es verschenken um jemanden ganz behutsam an das Thema heranzuführen, aber diese Textpassagen sind schon heftig.

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  4. ich werde das buch wohl leider nicht lesen können, denn ich bin schon von dem, was du hier zitierst, total kaputt.
    aber das mit dem fleisch auf meinem teller, das wird jetzt um 90% reduziert. ich sag lieber nicht 100%, nachher klappt das nicht. aber es fällt mir nicht schwer, mein körper lebt sowieso viel lieber vegetarisch und dankt es mir mit wohlbefinden.
    schön, dass es deinen blog gibt. wie mutig du dir alles ansiehst. ich klick dich oft nicht an, weil ich es einfach nicht ertrage.
    schlachthöfe. dass es sowas überhaupt gibt. kein mensch braucht das in wirklichkeit.
    ich dachte, ich hätte schon von den schlimmsten perversionen dieser schergen gehört, aber der mensch ist unendlich einfallsreich in seiner grausamkeit.
    nein, ich will mich daran nicht mehr beteiligen. ich mach da nicht mehr mit. keine spare ribs mehr. kein piri-piri-huhn.
    auch wenn damit keinem einzigen wesen geholfen ist.

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  5. @yael: Das klingt doch schonmal sehr gut :-) Ich glaube aber schon, dass dadurch den Tieren geholfen wird... Denn alleine in Deutschland leben ca. 6 Millionen Vegetarier; wenn die alle anfangen würden Fleisch zu essen, würde sich das sehr wohl bemerkbar machen...
    Liebe Grüße...

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  6. ich sitze grade heulend vor dem pc. hab nur einen teil von dem bericht gelesen und kann nicht glauben, wie niedrig menschen sinken können. das ist an wiederlichkeit echt nicht mehr zu überbieten.

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  7. @anonym: ich musste das Buch auch öfters weglegen weil die Inhalte einfach zu heftig waren... Aber das ist nun mal die traurige Wahrheit...

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  8. So schrecklich das auch ist! Aber er berichtet von einem Schlachthof und nicht von allen und vorallem von einem Schlachthof in Amerika!
    Sicher würde man Tiere schonen, wenn nicht so viele auf ihr täglich Fleisch bestehen würden.
    Ich ess zwei bis dreimal die Woche Fleisch. Manchmal auch ein bis zwei Wochen unbewusst ganz ohne.
    Würden sich alle Menschen daran halten wäre diese Art Massentierhaltung nicht nötig.
    Eine andere Sache ist, dass viele exotisches Fleisch wollen. Deshalb werden Gewässer überfischt und Fleisch importiert. Wenn man auch da ein wenig zurückstecken würde, dann gäb es viele Probleme nicht. Gilt allerdings auch für exotisches Obst und Gemüse.

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  9. @Ferun Namid: Früher war Fleisch noch etwas besonderes und gab es nur einmal in der Woche. Da hat man das auch noch bewusster gegessen und genossen. Nicht wie heutzutage: Morgens Salami-Brötchen, Mittags Döner oder Bratwurst und abends Pommes mit Schnitzel... Aber so sieht der Speiseplan der meisten Menschen leider aus. Und alles schön aus Massentierhaltung, auf Qualität wird dabei nicht mehr geachtet; und dabei tut man seiner Gesundheit bestimmt auch nichts Gutes....

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  10. man kann nur noch zum menschenhasser werden :-((( das ist jeden, verfluchten tag so traurig. petitionen unterschreiben, spenden, tun und machen und es hört nicht auf oder wird weniger. diese bestien vom schlachthof uva. haben kein recht auf leben oder einen schönen tod............

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